Haltung "Katze"

Obwohl Katzen schon seit Jahrtausenden als Haustiere gehalten werden, haben sie noch viele ihrer ursprünglichen Verhaltensweisen beibehalten. Das noch sehr wildtierhafte, unabhängige Wesen unserer Hauskatze bedingt, daß sie sehr selbstbewußt auftritt.
Jede Katze ist eine einmalige, ausgeprägt Persönlichkeit, die der Tierliebhaber respektieren muß. Wer mit liebevoller Geduld sein Tier beobachtet und sein Verhalten nicht mit menschlichen Maßstäben mißt, wird viel Freude mit ihm haben. In jedem Fall bedeutet die Anschaffung eines Tieres eine große Verantwortung. Katzen haben ihre arteigenen Bedürfnisse und benötigen tägliche Pflege, und das ein ganzes Katzenleben lang, was unter Umständen 20 Jahre dauern kann.

Eine Katze kommt ins Haus
Möchte man ein junges Kätzchen haben, so ist das ideale Alter für die Übernahme etwa die 8.-10 Lebenswoche, wenn die Jungen von der Mutter abgesetzt sind und sich besonders gut an ihre neue Familie und Umgebung gewöhnen. Aber auch ältere Katzen gewöhnen sich bei entsprechender Zuwendung in der Regel schnell ein und sind dankbare Kameraden.
Während der ersten Stunden nach der Ankunft im neuen Heim brauchen die Katzen viel Ruhe. Sie benötigen Zeit, die neue Umgebung und vor allem auch die noch unbekannten Menschen kennenzulernen. Gleichgültig, ob der neue Hausgenosse erst vier Monate oder bereits vier Jahre alt ist, der Mensch sollte sich der Katze zunächst immer nur langsam nähern und beruhigend mit ihr sprechen. Wer seiner Katze die Gesellschaft eines Artgenossen ermöglichen möchte, sollte am besten gleich zwei Jungtiere zusammen anschaffen. Aber auch einer erwachsenen Katze kann mit etwas Geduld noch eine Zweitkatze dazugesellt werden. Besonders für reine Wohnungskatzen, die noch dazu tagsüber oft alleine bleiben müssen, ist es auf jeden Fall besser, wenn sie einen Spielkameraden haben.

Wie man die Zutraulichkeit der Katze gewinnt
Am einfachsten kann man die Zuneigung der Katze gewinnen, indem man ihr Bedingungen bietet, die sie zwischen der Gesellschaft des Menschen und dem Alleinsein wählen lassen. Katzen sind Einzelgänger und schätzen ihre Unabhängigkeit, sie holen sich ihre Streicheleinheiten, wenn es ihnen gerade genehm ist. Ihre Anhänglichkeit wird um so größer, je mehr sie das Gefühl haben, ihr Leben nach eigenem Gutdünken einrichten zu können. Die Tiere erkennen weder Überlegenheit noch Gewalt an und treffen ihre Entscheidungen selbst.

Erziehung
Eine gute Erziehung beginnt mit gegenseitigem Verstehen. Ein Tierbesitzer muß die Eigenarten seiner Gefährten kennen und beachten. Selbstverständlich sollte die Katze wissen, daß sie ihre Krallen nicht an Vorhängen, Sesseln oder Bettdecken schärfen darf. Beobachtungsgabe und Intelligenz machen die Katzen erziehbar; allerdings nicht im Sinne der Hundedressur. Katzen lernen, wenn ihnen die Sache Spaß macht. Sonst ist alle Mühe vergebens. Sie reagieren auf bestimmte Rufe, kennen ihren Namen und wissen bei bestimmten Wörtern, was der Mensch meint. Sie kommen allerdings nur, wenn es ihnen gerade paßt. Die Katze kann einer Welt voller Abenteuer nicht widerstehen und entfernt sich, wenn sie die Möglichkeit hat, auch mal von ihrem Heim. Trotz der Unruhe und des Kummers, den ein mehrtägiges Verschwinden der Katze bei uns hervorruft, sollte ihre Rückkehr jedoch nicht Anlaß für Vergeltungsmaßnahmen sein, die das Tier mit seiner Rückkehr und nicht mit dem Fortgang verbindet. Katzen sind sehr saubere Tiere und werden daher meist schnell stubenrein. Man beobachtet ein Kätzchen und setzt es sofort auf die Katzentoilette, sobald es Anstalten macht, sein "Geschäft" verrichten zu wollen. Vor allem nach dem Fressen und unmittelbar, nachdem es geschlafen hat, sollte man einem Malheur zuvorkommen und das Tier gleich an das betreffende "Örtchen" bringen. Verpaßt das Kätzchen trotzdem mal die Katzentoilette, so ist eine Bestrafung unangebracht, da das Tier diese nicht mit dem Fehlverhalten in Verbindung bringen kann und nur verwirrt wird. Wichtig ist, die Katzentoilette immer sauber zu halten, da die reinlichen Katzen sehr geruchsempfindlich sind und eine unsaubere Toilette meiden.

Haltung und Pflege
Wo es möglich ist, soll die Katze ins Freie gelassen werden. Um einer ungewollten Vermehrung vorzubeugen, müssen sowohl Katzen als auch Kater vorher vom Tierarzt kastriert werden. Die Kastration unter Vollnarkose ist der humanste Weg, das Katzenelend einzudämmen, denn Katzen können bis zu viermal im Jahr mehrere Junge bekommen, die sich dann wiederum schon nach wenigen Monaten fortpflanzen können.

Was benötigt die Katze?
Einen Korb, eine Decke, Katzentoilette aus Hartplastik sowie Streu, die regelmäßig gewechselt werden muß, einen Futternapf und eine Wasserschale, eine Transportkiste, in der das Tier sicher z.B. zum Tierarzt gebracht werden kann, eine Kratzbrett oder auch eine kräftige Kokosmatte zum Krallenwetzen. Gardinen und Polstermöbel sind eine häufige Sorge für die Katzenliebhaber, da Katzen gerne ihre Krallen benutzen. Um Schäden an den Möbeln zu vermeiden, stellt man der Katze, die keinen Auslauf hat, ein Kratzbrett oder einen Kratzbaum zur Verfügung. Ein richtiger stabiler Kletterbaum erfüllt außerdem noch eine Funktion als erhöhter Aussichtsplatz, den jede Katze liebt. Was den Schlafkorb betrifft, so werden nicht alle Katzen von ihm Gebrauch machen. Viele suchen sich lieber selbst einen passenden Platz in der Wohnung. Katzen spielen gern. Sie haben eine Vorliebe für alles, was läuft, rollt oder fliegt. Als Spielzeug kann z.-b. ein zusammengeknülltes Stück Papier, ein Bällchen, eine größere Garnrolle oder auch ein leerer Pappkarton dienen.

Mit derartigen Spielutensilien ausgerüstet, kann sich eine Katze wunderbar alleine beschäftigen. Noch mehr Spaß aber macht es, wenn sich der menschliche Kamerad zum Mitspielen auffordern läßt und unermüdlich Bälle durch die Wohnung rollt oder mit an Bindfäden gebundene Stoffetzen "Mäuschen" spielt.

Ernährung
Die Katze ist unter natürlichen Bedingungen ein Beutetierfresser, daher sollte die Ernährung des "Stubentigers" den natürlichen Bedürfnissen angepaßt sein. Zur Gesunderhaltung des Organismus benötigt eine Katze v.a. tierischen Eiweiß und Fett, außerdem Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe. Um Mangelerkrankungen vorzubeugen, sollte am besten hochwertiges Fertigfutter verwendet werden, das aus ausgesuchten Rohstoffen besteht und im Nährstoffgehalt auf den Bedarf von Katzen abgestimmt ist. Bei selbst zubereiteter Katzennahrung besteht immer die Gefahr, daß die Nährstoffe nicht im ausgewogenen Verhältnis angeboten werden und das Tier schließlich krank wird. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte sich an genaue Mengenangaben und gleichbleibende Zusammensetzung halten. Grundsätzlich darf Fleisch niemals roh verfüttert werden, da Infektionsgefahr besteht. Rohes Schweinefleisch beispielsweise kann den Erreger der Aujeszkyschen Krankheit enthalten, einer tollwutähnlichen Erkrankung, die bei Katzen innerhalb weniger Stunden zum Tode führt. ACHTUNG: Die Katze ist kein Mülleimer für die Mahlzeiten des Menschen. Sie darf auch keine Knochen und keine synthetischen Wursthäute erhalten. Wo wird gefüttert? Der Futterplatz soll in einer ruhigen Ecke der Wohnung sein, damit die Katze in Ruhe fressen kann. Liegt der Freßplatz zu nahe an der Katzentoilette, kann es passieren, daß das Tier die Futteraufnahme verweigert, daher sollte hier auf genügend Abstand geachtet werden. Nach der Fütterung sucht sich die Katze ein stilles Plätzchen und will in Ruhe gelassen werden. Wie oft wird gefüttert? Junge Katzen füttert man dreimal täglich, während erwachsene Tiere (ab dem 10. Lebensmonat) nur noch zwei Mahlzeiten pro Tag benötigen. Der Rhythmus der Mahlzeiten muß regelmäßig sein. Die Katze braucht sauberes, frischen Wasser, das stets zur Verfügung stehen und regelmäßig ausgewechselt werden muß. Milch wird von Katzen oft nicht gut vertragen und gilt auch nicht als Wasserersatz. Katzen verschlucken bei ihrer ausgiebigen Fellpflege viele ihrer Haare, die sich dann im Magen zusammenballen und unter Umständen die Verdauung behindern können. Um diese Haarballen auswürgen zu können, fressen Katzen Gras, welches wie ein Brechmittel wirkt. Da Wohnungskatzen kaum an Wiesen kommen, kann man eine Ersatzwiese schaffen, indem man in eine flache Schale eine "Wiesenmischung" aus der Samenhandlung sät. Mit dieser "Wiese" im Haus verhindert man, daß die Katze sich an Zimmerpflanzen bedient, von denen manche giftig sind. Gefährliche Zimmerpflanzen für die Katze sind z.B. - Dieffenbachie - Efeu - Christusdorn - Weihnachtsstern - Amaryllis - Alpenveilchen - Begonie - verschiedene Kaktusarten.

Wann muß die Katze zum Tierarzt?

Kastration
Die Jungtiere Alter bei männlichen Tieren 6.-9. Lebensmonat je nach Entwicklungsgrad, weibliche Tiere ab dem 6. Lebensmonat, Anhaltspunkt: Körpergewicht 3 kg), aber auch erwachsene Tiere werden vom Tierarzt unter Vollnarkose unfruchtbar gemacht. Der Eingriff wird von den Tieren gut verkraftet und hat keinerlei Nachteile. Die Katze ist genauso munter und lebensfroh wie zuvor. Auf diese Art und Weise wird jedoch ungewollter Nachwuchs verhindert und das Halten männlicher Katzen erleichtert, da kastrierte Kater keine Duftmarken in der Wohnung hinterlassen. Außerdem sollten auch die Katerbesitzer sich ihrer Verantwortung bewußt sein, denn ein unkastrierter Kater trägt ebenso zur Vermehrung der Katzenpopulation und damit zum Elend der freilebenden, heimatlosen Katzen bei.

Impfungen
Geimpft wird vorbeugend gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut. Außerdem gibt es inzwischen auch wirksame Impfstoffe gegen die Erreger der Katzenleukose und der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP). Der Tierarzt kann genaue Auskunft darüber geben, welcher Impftermin für das Jungtier oder für die zugelaufene ältere Katze am günstigsten ist. Da der Impfschutz nur etwa ein Jahr vorhält, muß jährlich vom Tierarzt nachgeimpft werden.

Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, glanzloses oder struppiges Fell...
sind Anzeichen dafür, daß die Katze krank ist. Eine Katze, die sich nicht wohl fühlt, verkriecht sich meist an versteckten oder sehr ruhigen Orten. Häufige Krankheiten bei Katzen sind beispielsweise Schnupfen, Wurmbefall, Abszesse durch Bißwunden nach Kämpfen mit anderen Katzen, oder auch die verschiedenen Infektionskrankheiten, wenn die Katze nicht dagegen geimpft ist. Vorsicht mit Medikamenten! Aspirin und ähnliche Arzneimittel sind für Katzen stark giftig und eine geringe Menge kann schon tödlich sein.


Hund

Tierschutzverein Geldern und Umgebung e.V.

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