Haltung "Hund"

Jeder, der sich einen Hund hält, muss sich darüber im klaren sein, dass er Verantwortung für ein Lebewesen übernommen hat, das ganz und gar von uns abgängig ist; ein Lebewesen das Aufmerksamkeit, Pflege, Fürsorge, Opferbereitschaft und sehr viel Geduld benötigt. Deshalb sollte jeder Hundeliebhaber vor dem Hundekauf folgende Fragen stellen:

Wenn nur eine Frage mit nein beantwortet werden muss, so ist es im Interesse des Tieres besser, auf einen Hund zu verzichten. Wer sich aber dank guter Voraussetzungen einen Hund halten kann, wird viel Spaß und Freude mit seinem Tier haben.

Abstammung :
Der Hund, wahrscheinlich das erste Haustier des Menschen, stammt mit Sicherheit vom Wolf ab. Andere Annahmen, die jedoch nicht bestätigt sind, sagen auch, dass der Hund mit dem Schakal und dem Fuchs verwandt und ein direkter Ahne eines wahrscheinlich noch unbekannten, schon lange ausgestorbenen Wildhundes wäre.

Haltung:

  1. Was braucht der Hund als Ausstattung?
    Der Hund benötigt einen Fressnapf, eine Wasserschale, Schlafkorb, Haarbürste, Halsband, Leine und Spielzeug.
  2. Schlafplatz
    Als Schlafplatz dient ein leicht zu reinigender, zugfreier, ungestörter Platz in der Wohnung. Am besten ein flacher Korb mit einer Decke oder mit einem Kissen samt waschbarem Überzug. Auf keinen Fall darf der Hund ständig auf Steinboden liegen; Erkältungskrankheiten können die Folge sein.
  3. Baden
    Der Hund soll nur dann mit einem milden Spezialshampoo gereinigt werden, wenn er stark verschmutzt ist. Jedes Wasserbad entfettet die Hundehaare, die dann um so schneller wieder Schmutz aufnehmen. Manche Hauterkrankungen sind Folgeerscheinungen eines zu häufigen Badens. Genauso schädlich für Fell und Haut des Hundes ist das ständige Tragen sogenannter Hundekleider und -schuhe.
  4. Auslauf
    Der Hund als Lauftier verspürt immer den Drang herumzurennen. Deshalb braucht der Hund viel Bewegung während des Spaziergangs und muss einmal täglich auch mal herumtoben können.
    Dadurch werden Muskeln und Organe gekräftigt; der Hund ist widerstandsfähiger und ausgeglichener. Bei zu wenig Auslauf kommt es häufig zu ungesundem Übergewicht und bei älteren Hunden zu Herzmuskelschäden. Damit der Hund sein "großes" und "kleines" Geschäft machen kann, sollte er etwa viermal täglich ausgeführt werden. Man muss dem Tier draußen seine Zeit gönnen, damit es ausgiebig schnuppern und sein Revier markieren kann. Auf keinen Fall darf der Hund sein "Geschäft" auf Kinderspielplätzen, z. B. im Sandkasten oder auf Bürgersteigen erledigen. Dies ist unhygienisch und stellt ein Ärgernis für die Mitmenschen dar. Passiert trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das "Malheur" dennoch mal auf dem Bürgersteig, so kann man das "große Geschäft" z.B. mit einer kleinen Schaufel in einer Plastiktüte verstauen. Auf Kinderspielplätzen haben Hunde nichts zu suchen.
    Der Hund kann auch ab einem Alter von ca. 12 Monaten an das Laufen am Fahrrad gewöhnt werden. Dabei sollte man die Distanz nur langsam steigern. Aber denken Sie daran: mit Fahrradtouren erhöhen Sie zwar ständig die Alusdauer Ihres Hundes, wirklich beschäftigen oder auslasten tun Sie ihn damit nicht. Laufen am Fahrrad kann daher den täglichen Spaziergang oder das Spiel mit dem Hund nicht ersetzen.

Ernährung:
Der Hund ist kein Müllschlucker und kein Resteverwerter, sondern benötigt ein auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Futter.
Der Hund ist wie sein Vorahn - der Wolf - ein Beutetierfresser, darum genügt ihm Fleisch alleine nicht. Er benötigt alle Nährstoffe, die ihm durch das Beutetier zur Verfügung gestellt werden. Dieses sind Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralstoffe. Kohlenhydrate erhält der Hund durch den Mageninhalt seiner Beutetiere, der größtenteils pflanzlicher Herkunft ist. Das Grundfutter sollte aus zwei Drittel verschiedener Fleischsorten und einem Drittel Kohlenhydrate - wie Flocken oder gekochtem Reis - bestehen. Die Menge des Futters richtet sich nach dem Energiebedarf des jeweiligen Hundes. Ist der Hund zum Beispiel lebhaft und hat viel Bewegung, benötigt er mehr Futter als ein ruhiger Hund mit wenig Bewegung.

  1. Wie viel Futter braucht der Hund? Der Energiebedarf richtet sich nach dem Körpergewicht des erwachsenen Hundes.
    Als Faustregel gilt:
    Gewicht kg 4 7 10 17 25 30 40
    k Joulebedarf
    pro Tag ca.
    1470 2240 2925 4355 5815 6670 8270
    Rohes Fleisch - insbesondere rohes Schweinefleisch - darf dem Hund wegen der Gefahr der Aujeszkyschen Krankheit (Pseudowut), einer tödlichen, tollwutähnlichen Erkrankung, nicht gefüttert werden. Weiche Kalbsknochen kann der Hund in geringen Mengen bekommen, aber auf keinen Fall dürfen Röhrenknochen gegeben werden, da der Hund daran ersticken kann. Gemüse und Mohrrüben gekocht können immer mal wieder beigefüttert werden. Der Hund darf keine Süßigkeiten, Tischabfälle, Geflügelknochen, Fischreste mit Gräten und synthetische Wursthäute erhalten. Wer keine Ernährungsfehler machen will, sollte Fertignahrung füttern. Bei Fertignahrung, die bereits auf den Ernährungsbedarf des Hundes - dem Beutetier entsprechend - abgestimmt ist, gelten die vom Hersteller auf der Verpackung empfohlenen Mengen. Frisches, sauberes Wasser muss für den Hund immer bereitstehen.
  2. Wie oft wird gefüttert? Der Welpe braucht nach dem Absetzen von der Mutter vier Mahlzeiten täglich. Der einjährige Hund bekommt noch zwei bis drei Mahlzeiten täglich. Der erwachsene Hund erhält eine Haupt- und eine Nebenmahlzeit. Die Fütterung der Hauptmahlzeit am Mittag verhindert die Störung der Nachtruhe weil sich das Tier während des Abendspaziergangs entleert.

Erziehung:

  1. Was Hunde lernen oder können müssen
    Der Hund muss stubenrein sein und auf einige Kommandos wie "Sitz", "Platz", "hier", "Fuß" hören. Dies ist sowohl im Interesse des Hundes als auch der Menschen, soll der Hund sich nicht in Lebensgefahr, z.B. im Straßenverkehr, begeben oder andere Menschen belästigen. Bei der Erziehung müssen wir für den Hund denken. Wichtig ist das oft überschwängliche Lob, die Benutzung immer der gleichen Wörter und unsere unendliche Geduld. Genauso wie das Lob muss die "Strafe" während oder sofort nach einer Missetat erfolgen, denn wenn der zeitliche Zusammenhang verloren ist, versteht der Hund weder Lob noch Tadel. Dies ist besonders wichtig, wenn der Hund sich mal selbständig gemacht hat und von seinem unerlaubten Ausflug nach Hause kommt. In dem Fall muss man von einer Bestrafung absehen, da das Tier die Strafe mit seiner Heimkehr und nicht mit seinem Fortgang verbinden würde. Ein gutes Erziehungsbeispiel ist die Erziehung zur Stubenreinheit. Anwendung körperlicher Gewalt (Schlagen, Wegsperren, Zerren am Würgehalsband etc.) kommt als Strafe selbstverständlich nicht in Frage und ist zur Erziehung eines Hundes auch nicht nötig.
    Lassen Sie sich in einer guten Hundeschule in der Erziehung Ihres Hundes unterweisen. Das macht Spaß und erleichtert Ihnen das Leben mit Ihrem vierbeinigen Freund erheblich.
  2. Erziehung zur Stubenreinheit
    Sobald man merkt, dass der Welpe mit gesenktem Kopf am Boden schnüffelnd ein "Plätzchen" sucht, bringt man ihn nach draußen an eine bestimmte Stelle, die man in der Folgezeit immer wieder aufsucht. Wenn der Welpe Kot und Urin abgesetzt hat, lobt man ihn überschwänglich. Durch wiederholtes Loben nach seinem "Geschäftchen" an der vorgesehenen Stelle wird der Hund darauf trainiert. Findet man dennoch mal einen "See" im Zimmer, so wird der Hund nur dann getadelt, wenn er wirklich auf frischer Tat ertappt wurde. Die Zurechtweisung muss knapp und scharf ausgesprochen werden. Keinesfalls darf das Tier mit der Nase in einen "See" gestoßen werden. Schlagen darf man den Hund nie!
    Wenn der Hund nur schwer stubenrein wird, sollten sie in den sauren Apfel beißen und sich nachts den Wecker stellen, um den Hund rauszulassen. Haben Sie Geduld! Mit Konsequenz und Liebe wird jeder Hund stubenrein.
    Der Hund ist ein sehr sensibles Lebewesen, das seine Umgebung gut beobachtet und seine Stimmungen in vielen Lautäußerungen und Gebärden zu verstehen gibt. Sein Gesichtsausdruck, seine Augen, seine Lefzen, seine Ohren und vor allem seine Rute sind Gradmesser der Hundelaune.

Wann muss der Hund zum Tierarzt?

  1. Impfungen dienen der Vorbeugung von Infektionskrankheiten und sind häufig lebensrettend für das Tier.
    Geimpft wird gegen Staupe, Hepatitis (ansteckende Leberentzündung; für den Menschen nicht ansteckend) Tollwut, Parvovirose und Leptospirose. Bestes Impfalter für die Erstimpfung ist die 7. bis 9. Woche nach der Geburt. Ein Welpe, der die erste Grundimpfung beispielsweise mit 8 Wochen erhält, braucht im Alter von 12 - 14 Wochen die zweite kombinierte Impfung. Nachimpfungen erfolgen im Abstand von einem Jahr. Die Impflinge müssen gesund, entwurmt und frei von Ungeziefer sein.
  2. bei chronischer Entzündung des Gehörgangs
  3. zur Wurmbehandlun
  4. bei Darmerkrankungen z.B. vermehrtem, dünnflüssigem bis blutigem Kotabsatz (Durchfall) oder bei vermindertem oder fehlendem Kotabsatz (Verstopfung)
  5. bei sonstigen auffälligen Veränderungen, wie z.B.
    • Abgeschlagenheit, schnelle Ermüdung
    • Futterverweigerung
    • auffallend großer Durst
    • urinöser Mundgeruch
    • häufiges Erbrechen (mehrmals am Tag)
    • Husten mit oder ohne Auswurf
    • auffallend flache, kurze oder tiefe, langsame Atemzüge
    • deutliche Vergrößerung des Bauchumfanges, wenn Trächtigkeit ausgeschlossen ist; häufiges Umsehen nach dem Bauch
    • Stöhnen, Wimmern, Schreien,
    • häufiger Harnabsatz, fehlender Harnabsatz, blutiger Urin, lehmfarbener Kot
    • stark erhöhte oder verminderte Temperatur; Normaltemperatur (rektal) 38° bis 39° C
    • Juckreiz am Kopf oder ganzen Körper
    • Haarausfall
    • Hautveränderungen
    • Ohrenschütteln
    • Augenausfluss
    • Trübung der Hornhaut des Auges
    • Nasenausfluss
    • Lahmheit
    • Schmerzhaftigkeiten an einzelnen Körperstellen
    • Anschwellungen an Körperstellen
    • Krämpfe, Muskelzucken
    • Ohnmacht
    • mit dem Po auf dem Boden rutschen (Schlittenfahren)
    • Wurmabgang
    • Schiefhalten des Kopfes
    • Maulsperre
    • verdickte Zunge
    • Schwund der Kopfmuskulatur

    Es ist bei Krankheitsanzeichen erforderlich, gleich zum Tierarzt zu gehen anstatt selbst am Hund herumzudoktern, was alles nur noch verschlimmert und die Behandlungskosten erst recht in die Höhe treibt. Der Tierarzt gibt auch gerne wichtige Tipps zur Fütterung, Haltung und Pflege.

Wo kauft man einen Hund?
Es ist ganz und gar nicht nötig, ein wirklich reinrassiges Tier zu kaufen. An einem Hundemischling hat man genauso viel Freude. Deshalb sollte vor dem Hundekauf der erste Weg ins Tierheim führen. Dort warten viele Hunde auf ein neues Zuhause. Die Tiere sind billiger als Hunde, die in Zoohandlungen oder bei Züchtern erworben wurden und meist auch gesünder, weil alle Tiere garantiert geimpft sind und vom Tierarzt laufend beobachtet werden. Wer einem solchen Hund ein neues Heim gibt, dem ist die Dankbarkeit und Treue diese Tieres sicher.

Durch die Übernahme eine Tieres aus dem Tierheim leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Tierschutz.

Wir empfehlen folgende Literatur:
Hunde sind anders
von Jean Donaldson
Gebundene Ausgabe - 294 Seiten - Franckh-Kosmos Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2000
ISBN: 3440082229

unverbindliche Preisempfehlung: 19,90.- €

 

Hund

Tierschutzverein Geldern und Umgebung e.V.

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