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(03.12.2017)

 

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(03.10.2017)

 

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Igel gefunden - was nun?
(03.10.2017)

In den ersten Frosttagen wandern viele Igel noch im Freien umher. Oft nehmen Tierfreunde die scheinbar hilflosen Tiere auf. Der Deutsche Tierschutzbund warnt jedoch nachdrücklich vor gutgemeinter, aber falschverstandener, Tierliebe. Igel dürfen nicht vorschnell in die menschliche Obhut genommen werden. In Deutschland ist es generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – und dazu zählt der Igel – aus der Natur zu entnehmen. Ausnahmebestimmungen der Naturschutzgesetze erlauben nur, verwaiste Jungigel sowie verletzte und kranke Igel aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen.

Ob der Igel wirklich der Hilfe bedarf kann ihnen das Tierheim, Igelschutzvereine oder ein igelerfahrener Tierarzt sagen (im Regelfall behandelt der Tierarzt Wildtiere kostenfrei)

Wie kann ich Igeln beim Überwintern helfen?

Tagsüber verstecken sich Igel im Herbst in Kompost- oder Reisighaufen, einer Böschung oder einer Hecke. Sie verlassen das Versteck nur zwischen Dämmerungsbeginn und Morgengrauen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Lassen Sie daher aufgehäufte Gartenabfälle liegen. Sie sind oft ein ideales Winterquartier für die Tiere. Falls Sie Gartenabfälle doch entsorgen wollen, gehen Sie bitte vorsichtig vor. Schauen Sie erst nach, ob sich ein Igel darin niedergelassen hat. Ein gesunder Igel hat dann Chance, zu flüchten und kann sich ein neues Quartier suchen.

Die Unterbringung Zuhause

Ist der Fundigel gesund und hat ausreichend Gewicht (Im November mindestens 500g), dürfen Sie ihn auf keinen Fall aufnehmen. Ist der Igel krank oder hat deutliches Untergewicht muss er gepäppelt werden, bevor er in den Winterschlaf geht. Der Igel ist ein Insektenfresser, also Fleischfresser. Katzen- und Hundefutter aus der Dose ist ein gutes Igelfutter. Geflügelklein (gekocht, aber mit Knochen anbieten), Schabefleisch, Rührei ohne Fett, gekochtes Ei, Stückchen von Obst (Birne, Banane, Apfel) werden ebenfalls gern genommen. Zum Trinken immer nur Wasser reichen. Dem Futter täglich eine Messerspitze Mineralstoffkalk und einen Tropfen Multivitamin zufügen. Für Igelbabys gibt es Welpenersatzmilch beim Tierarzt. Schwachen Tieren flößt man mit einer Plastikeinwegspritze (natürlich ohne Nadel) ungesüßten Fencheltee ein. Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss dringend der Tierarzt aufgesucht werden. Generell werden erwachsene Igel am Abend gefüttert. Um den Igel vorläufig Zuhause unterzubringen brauchen Sie einen großen Karton (min. 1 qm) dessen Wände mindestens 50 – 60 cm hoch sind. Diesen Karton sollten Sie mit Folie und darüber dick mit Zeitungspapier auslegen. Beschmutze Stellen täglich erneuern.

Als Schlafhäuschen dient ein kleiner Karton (etwa 30 x 30 cm), in einer Seite ein Schlupfloch von 10 x 10 cm. Auch diesen Karton dick mit Zeitung auslegen und mit viel geknülltem Papier füllen. Das Schlafhäuschen sollte nicht unmittelbar an der Wand des Kartons stehen, da Igel sonst darüberm hinausklettern können. Zwei standfeste Futternäpfe für Futter und Wasser dazu, dann ich das Igelheim komplett. Den Igel bringt man zunächst in einen warmen Raum, bis die Möglichkeit zum Winterschlaf gegeben ist.

Der Winterschlaf

Wenn es dem Igel besser geht und er das nötige Winterschlafgewicht (700 bis 800g) erreicht hat, ist es Zeit für den Winterschlaf. Wird der Igel im Haus überwintert, wird er frostfrei und kühl (unter 6 Grad) untergebracht. Für die Wachphasen stellen Sie Trockenfutter (Gemisch aus Haferflocken, Rosinen, nicht ausgepulten Sonnenblumenkernen und Nussstückchen) sowie Wasser bereit.

Für die Zeit des Winterschlafes hat sich ein Überwinterungshäuschen bewährt: Empfohlene Maßen L= 60 cm, B= 40 cm, H= 45 cm. Dieses können Sie aus Holz zimmern. In das Überwinterungshäuschen wird dann das Schlafhäuschen gestellt und die Zwischenräume werden gut isoliert (z.B. mit Styropor).

Im Frühjahr

Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind (etwa Mitte Mai) und der Igel sein verlorenes Gewicht wieder aufgefüllt hat und an Lebendfutter (Würmer usw.) gewöhnt wurde, ist es Zeit, Abschied zu nehmen. An geschützter Stelle (unter Büschen) wird der Igel mit seinem Schlafhäuschen ausgesetzt. Futter und Wasser noch einige Tage in der Nähe aufstellen.
Weitere Informationen erhalten Sie auf folgenden Websites:
www.igelratgeber.de und www.pro-igel.de.

Unser Buchtip: „Igel in unserm Garten“ Kosmos Verlag. Diese Buch liegt im Tierheim zur Ansicht aus.